Diabetes-News
Nur zehn Prozent der chronisch kranken Kinder sind gegen Grippe geimpft
📅 2026-09-17 | 🔗 Quelle: Deutsches Ärzteblatt / Robert Koch-Institut
Kinder und Jugendliche mit chronischen Grunderkrankungen sind in Deutschland deutlich seltener gegen Influenza geimpft, als es die Empfehlungen vorsehen. Das Robert Koch-Institut hat dafür Abrechnungsdaten der Kassenärztlichen Vereinigungen über zehn Grippesaisons hinweg ausgewertet, von 2014/15 bis 2024/25. Das Ergebnis: Nur rund zehn Prozent dieser Hochrisikogruppe erhielten eine Grippeimpfung. Die Ständige Impfkommission empfiehlt die Impfung für chronisch kranke Kinder bereits ab einem Alter von sechs Monaten, weil eine Influenza bei ihnen erheblich schwerer verlaufen und zu Komplikationen führen kann. Zu den betroffenen Gruppen zählen ausdrücklich auch Kinder mit Diabetes. Das RKI bezeichnet die ermittelten Quoten als deutlich zu niedrig. Die Autorinnen und Autoren der Auswertung sehen vor allem bei der Sensibilisierung der behandelnden Ärztinnen und Ärzte einen Ansatzpunkt, um die Impfquote in dieser Gruppe zu erhöhen. Die Zahlen decken einen Zeitraum ab, der sowohl die Jahre vor als auch nach der Coronapandemie umfasst, der niedrige Wert ist also kein Einzelbefund einer einzelnen Saison.
Gefäßmediziner fordern Screening auf die unterschätzte pAVK
📅 2026-09-17 | 🔗 Quelle: Deutsches Ärzteblatt
Deutsche Gefäßmediziner werben für ein risikobasiertes Screening auf die periphere arterielle Verschlusskrankheit, kurz pAVK. Christian-Alexander Behrendt, Medizinisch-Wissenschaftlicher Direktor des Deutschen Instituts für Vaskuläre Medizin-Gesundheitsforschung, sagte dazu: „pAVK ist keine Randdiagnose. Sie ist eine häufige Volkskrankheit, folgenschwer für Betroffene und unser Gesundheitssystem.“ In der Bevölkerung werde die Erkrankung massiv unterschätzt. Betroffen sind vor allem ältere Menschen sowie Menschen mit Diabetes. Nach den vorgelegten Angaben geht eine pAVK mit einem etwa dreifach erhöhten Herzinfarktrisiko und einem rund vierfach erhöhten Schlaganfallrisiko einher. Die Häufigkeit steigt mit dem Lebensalter und erreicht bei über 70-Jährigen 15 bis 20 Prozent. Für die Diagnose steht mit dem Knöchel-Arm-Index ein vergleichsweise einfaches Verfahren zur Verfügung, Werte unter 0,9 gelten als Hinweis auf eine relevante pAVK. Die Fachleute argumentieren, dass eine frühere Erkennung bei Risikopatienten kardiovaskuläre Folgeereignisse verringern könnte.
Medizin & Forschung allgemein
Flughafen-Malaria in Frankfurt: weiterer Todesfall bestätigt
📅 2026-09-17 | 🔗 Quelle: Deutsches Ärzteblatt
Das Gesundheitsamt der Stadt Frankfurt am Main und die Universitätsmedizin Frankfurt haben einen weiteren Todesfall im Zusammenhang mit der sogenannten Flughafen-Malaria bestätigt. Gestorben ist eine Person, die in der Nähe des Frankfurter Flughafens wohnte und an Malaria erkrankt war. Damit steigt die Zahl der Todesfälle in diesem Geschehen auf mindestens drei. Insgesamt sind sechs Malariafälle dokumentiert, unter den Erkrankten befinden sich mehrere Beschäftigte des Flughafens. Keiner der Betroffenen hatte sich zuvor im Ausland aufgehalten, weshalb als Ursache infizierte Anopheles-Mücken vermutet werden, die als blinde Passagiere in Flugzeugen aus Malariagebieten nach Deutschland gelangt sind. Die betroffenen Wohnorte liegen jeweils nur wenige Kilometer vom Flughafengelände entfernt. Historisch ist das Phänomen in Deutschland selten geblieben: Zwischen 1969 und 2024 wurden hierzulande neun Fälle von Flughafen-Malaria dokumentiert, acht davon in Frankfurt. Das Gesundheitsamt stuft das Risiko für die Allgemeinbevölkerung als sehr gering ein, weil die hiesigen klimatischen Bedingungen einer weiteren Übertragung durch Mücken entgegenstehen.
Erste klinische Studie zu aktivierten regulatorischen T-Zellen gegen GvHD
📅 2026-09-17 | 🔗 Quelle: Deutsches Gesundheitsportal / Universitätsmedizin Mainz
Forschende der Universitätsmedizin Mainz und des Spin-offs ActiTrexx GmbH haben Ergebnisse der klinischen Studie ATreg-001 vorgelegt, die sich mit der Vorbeugung der Graft-versus-Host-Disease nach Stammzelltransplantationen befasst. Bei dieser Komplikation greifen Immunzellen des Spenders das Gewebe des Empfängers an, sie zählt zu den schwerwiegendsten Folgen einer Stammzelltransplantation. Der untersuchte Ansatz setzt auf aktivierte regulatorische T-Zellen, sogenannte Tregs, die den natürlichen Toleranzeffekt des Immunsystems verstärken sollen. Nach Angaben der Beteiligten werden dadurch deutlich weniger Zellen benötigt als bei bisherigen Verfahren. Praktisch bedeutsam ist zudem, dass sich die Zellen aus einer normalen Blutspende herstellen und innerhalb von 24 Stunden verabreichen lassen. Die Forschenden sprechen von vielversprechenden Ergebnissen für die Prävention. Es handelt sich um eine erste klinische Studie, belastbare Aussagen zur Wirksamkeit im Versorgungsalltag stehen damit noch aus.
Social Prescribing: die Hausarztpraxis als Brücke ins soziale Leben
📅 2026-09-17 | 🔗 Quelle: Deutsches Ärzteblatt
Unter dem Begriff Social Prescribing wird ein Versorgungsansatz diskutiert, der medizinische Behandlung mit sozialen Angeboten verbindet. Fachleute gehen davon aus, dass rund 40 Prozent der Konsultationen in Hausarztpraxen von psychosozialen Problemen geprägt sind, die sich medizinisch allein nicht lösen lassen. Im Modell erkennen Ärztinnen und Ärzte solche sozialen und emotionalen Bedarfe und vermitteln die Patientinnen und Patienten an sogenannte Link Worker weiter, die passende Angebote im Gemeinwesen suchen. Ein Hamburger Pilotprojekt dokumentierte über sechs Monate rund 229 Beratungstermine mit 156 Personen. Insbesondere bei sozialer Isolation und Einsamkeit zeigte sich in ersten Untersuchungen eine relevante Verbesserung. Niedrigschwellige Formate wie eine „Café Praxis“ sollen Zugangshürden weiter senken. Die bisherige Datenlage beruht allerdings auf kleinen Projekten, eine Einführung in die Regelversorgung steht aus.
Vitamin-D-Spiegel hängt bei axialer Spondyloarthritis mit Entzündungswerten zusammen
📅 2026-09-17 | 🔗 Quelle: Deutsches Ärzteblatt
Eine Untersuchung des Rheumatologischen Zentrums Ruhrgebiet in Herne an der Ruhr-Universität Bochum hat den Zusammenhang zwischen Vitamin-D-Spiegeln und der axialen Spondyloarthritis untersucht, einer chronisch-entzündlichen Erkrankung der Wirbelsäule, die mit Rückenschmerzen und Funktionsverlust einhergeht. Niedrigere Vitamin-D-Spiegel gingen dabei mit erhöhten Werten des C-reaktiven Proteins einher, einem Marker für Entzündungsaktivität. Einen direkten Zusammenhang zwischen dem Vitamin-D-Spiegel und der von den Patientinnen und Patienten selbst berichteten Krankheitsaktivität fanden die Forschenden dagegen nicht, ebenso wenig zu messbaren funktionellen Einschränkungen. Die Autoren schließen daraus, dass die Rolle von Vitamin D bei dieser Erkrankung komplexer ist als bislang angenommen und möglicherweise indirekt über Entzündungsmarker vermittelt wird. Ob eine Vitamin-D-Gabe die Beschwerden lindert, lässt sich aus diesen Daten nicht ableiten.
Patientensicherheit soll in den Strukturreformen stärker verankert werden
📅 2026-09-17 | 🔗 Quelle: Deutsches Ärzteblatt
Das Aktionsbündnis Patientensicherheit fordert, bei den laufenden Strukturreformen im deutschen Gesundheitswesen stärker Instrumente zur Erhöhung der Patientensicherheit zu verankern. Die geplante Konzentration komplexer medizinischer Leistungen im Rahmen der Krankenhausreform begrüßt das Bündnis grundsätzlich, wünscht sich aber deutlichere Abstufungen zwischen den Versorgungsebenen. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung warnte in diesem Zusammenhang vor Sicherheitsrisiken durch eine Aufweichung der Kompetenzgrenzen zwischen verschiedenen Leistungserbringern. Als Ziele der Reformen nennen die Beteiligten sowohl die Verbesserung der Patientensicherheit als auch die Sicherung einer gleichwertigen Versorgung in Stadt und Land. Auch die Digitalisierung ist Teil der Debatte: E-Rezept und elektronische Patientenakte sollen Abläufe vereinfachen und die Vernetzung zwischen den Leistungserbringern verbessern.